Wenn Dein Warenkorb Dich verfolgt: Was sind Cookies?

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Kaum eine Webseite besucht, schon poppt er auch schon am unteren Bildschirmrand auf: der Cookie-Hinweis. Doch ist es mit diesem kleinen Fenster nicht so wie mit AGB — klick und weg? Weißt Du, was hinter dem Begriff steckt und wofür Cookies eigentlich genutzt werden? Wir sorgen für Klarheit.

Du kennst das sicher: Du bist auf der Suche nach einer neuen Kaffeemaschine. Auf der Suche nach dem besten Angebot schaust Du Dich im Online-Shop Deines Vertrauens um. Ein paar Geräte nimmst Du in die engere Auswahl, klickst sie an und vielleicht legst sie vielleicht sogar in den Warenkorb — doch irgendwie ist noch nicht so recht das passende Angebot dabei. Vorerst beendest Du Deine Suche und schließt das Browserfenster.

Am nächsten Tag startest Du einen zweiten Anlauf und öffnest erneut die Webseite des Vortages. Nun begegnen Dir im Shop genau die Modelle, die Du am Vortag angeklickt hast. Auch auf anderen Seiten tauchen immer wieder genau die Produkte auf, für die Du Dich (vermeintlich) interessiert hast. Für diese „Verfolgungsjagd“ sorgen sogenannte Cookies, die Dein Surfverhalten dokumentieren und verändern.

Was ist ein Cookie?

Auch wenn der Name vielleicht so klingen mag, haben Cookies (deutsch: Kekse oder Krümel) nichts mit dem süßen Gebäck zu tun. Ein digitaler Cookie ist vielmehr eine kleine Textdatei, die vom Server einer Webseite auf Deinem lokalen Rechner bzw. in Deinem Browser gespeichert wird, sobald Du diese aufrufst. Besuchst Du diese Webseite nun ein weiteres Mal, wird die gespeicherte Datei abgerufen und die Inhalte, die auf der Webseite ausgegeben werden, von den Informationen des Cookies gespeist. Die Information, dass Du die Kaffeemaschine der Marke XY bei Deinem letzten Besuch in den Warenkorb gelegt hast, wird also im Cookie vermerkt und beim nächsten Besuch erneut hinzugezogen.

Mittlerweile werden auf fast jeder Webseite Cookies verarbeitet. Doch dürfen Webseitenbetreiber Dein Surfverhalten einfach so dokumentieren und die gesammelten Informationen verwenden? Nach deutschem Recht reicht es aktuell aus, dass die Betreiber von Webseiten, die mit Cookies arbeiten, Dich darauf hinweisen, dass sie diese einsetzen. Sobald Du also auf einer solchen Seite surfst, willigst Du automatisch ein, dass diese Informationen über Dich gespeichert und verwendet werden. Dies regelt die sogenannte „Cookie-Richtlinie“, auf die sich auch der eingangs erwähnte „Cookie-Hinweis“ bezieht.

Der "Cookie-Hinweis" klärt darüber auf, dass auf einer Webseite Cookies verwendet werden.

Der „Cookie-Hinweis“ klärt darüber auf, dass auf einer Webseite Cookies verwendet werden.

Die Nutzung von Cookies wird auch in der neuen DSGVO, die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist, berücksichtigt. Der konkrete Sachverhalt zur Anwendung ist hier allerdings noch uneindeutig. Es bleibt also offen, ob künftig eine klare Einwilligung zur Verwendung von Cookies notwendig werden wird.

Betreibern von Webseiten wird zudem nahegelegt, Cookies nur dann zu verwenden, wenn sie einen klaren Vorteil für den Verbraucher bieten. Dies kann zum Beispiel eine Verbesserung der Webseitennutzung wie durch Spracheinstellungen, aber auch der Einsatz von Analyse-Tools bedeuten. Der Betreiber muss in der Datenschutzerklärung ausweisen, welche Daten er zu welchem Zweck erhebt.

Wie werden Cookies eingesetzt?

Die Gründe, aus denen mit Cookies gearbeitet wird, sind vielfältig — doch lassen sich alle auf einen gemeinsamen Nenner bringen: der Personalisierung von Webseiten. Unterscheiden lässt sich zwischen Cookies, die Dir allgemein das Surfen auf einer bestimmten Seite erleichtern sollen und denen, die die Angebote dieser Seite genau auf Dich zuschneiden.

Die Informationen, die in einem Cookie aufgezeichnet werden, umfassen unter anderem:

  • IP-Adresse sowie Standort des Zugriffs
  • Login-Daten
  • Dauer des Besuchs
  • Geklickte Seiten und Elemente
  • Suchbegriffe in der Seitensuche

Mit diesen Informationen können Cookies die grundsätzlichen Einstellungen der Webseite, die Du besuchst, verändern. Sie können zum Beispiel dafür sorgen, dass Du Dich bei einer Webseite nicht erneut einloggen musst, wenn Du dies vorab bereits getan hast. Bei internationalen Webseiten merkt sich Dein Browser zudem, in welcher Sprache Du Deine Webseite gerne angezeigt bekommen möchtest und passt sich automatisch zum Start der Sitzung darauf an.

Zum anderen werden über Cookies die Inhalte und Angebote der Seite gesteuert, die auf Deinem Surf- und Kaufverhalten basieren. Diese Art von Cookies sorgt dafür, dass Du genau die Kaffeemaschine erneut angezeigt bekommst, die Du bei einem vorherigen Besuch geklickt hast und nicht eine andere beliebige. Vielleicht ist Dir auch schon einmal aufgefallen, dass in manchen Online-Shops der Warenkorb für eine gewisse Zeit für Dich reserviert wird? Dafür können sogenannte temporäre oder auch Session-Cookies sorgen, die sich auf eine konkrete Sitzung beziehen. Eine solche Sitzung endet nach einer bestimmten Zeit, in der Du inaktiv bist (meist 30 Minuten) oder aber mit Schließen des Browser-Fensters. Endet die Sitzung, endet auch das Leben des Cookies.

Welche Vorteile habe ich als Nutzer?

Cookies ermöglichen ein schnelleres und einfacheres Surfen. Dadurch, dass Du Dich nicht immer wieder erneut einloggen musst und Deine präferierte Sprache und Währung sofort erkannt wird, kannst Du wertvolle Zeit sparen und ins Online-Shopping investieren. Über diese Einstellungen kannst Du Dir gerade die Seiten, die Du häufiger nutzt, genau so personalisieren, wie Du sie am liebsten haben möchtest — natürlich nur bis zu einem gewissen Grad.

Darüber hinaus werden Dir genau die Inhalte angezeigt, die Dir (vermeintlich) gefallen und die genau auf Dich und Deine Vorlieben zugeschnitten sind. Im Gegensatz zur klassischen Fernsehwerbung bekommst Du also nicht eine beliebige Zusammenstellung aus Produkten vorgestellt, sondern kannst dem Browser unbewusst beibringen, was für Themengebiete Dich interessieren und was Du künftig angeboten bekommen möchtest.

Welche Nachteile können Cookies haben?

Kritiker von Cookies geben zu bedenken, dass Nutzer sich durch das dokumentierte Surfen mehr und mehr zu gläsernen Menschen entwickeln, denn jeder Besuch einer Webseite wird verfolgt und untersucht. Unternehmen können so viel über uns und unsere Interessen und Vorlieben erfahren. Über bestimmte Programme, unter anderem von Google oder Facebook, werden mithilfe von Cookies Analysen zum digitalen Kauf- und Surfverhalten erstellt. Darüber kann zum Beispiel der Weg skizziert werden, über den Du zum Kauf des Produkts gelandet bist und ob es eine konkrete Werbeanzeige war, die Dein Interesse geweckt hat.

Zudem: Auch wenn die Technik und Algorithmen hinter der Verwendung von Cookies sich stets weiterentwickeln, funktionieren diese auch noch nicht zu 100 Prozent sauber. So kann auf Basis eines einmaligen Kaufes oder aber durch einen Besuch im Ausland ein falscher Eindruck zu Deinen persönlichen Präferenzen entstehen, der nicht zu Deinem gewöhnlichen Nutzerverhalten passt. Dein Urlaub in Spanien sorgt in diesem Fall zum Beispiel dafür, dass Du — zumindest für eine gewisse Zeit — Webseiten und Werbung auf Spanisch angezeigt bekommst.

Wie sollte ich mit Cookies umgehen?

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie viel er wirklich von sich und seinen personenbezogenen Daten preisgeben möchte. Wenn Du nicht möchtest, dass Informationen zu Deinem Surfverhalten im Browser gespeichert werden, kannst Du zum einen regelmäßig Deine Cookies löschen. Du solltest Dir darüber bewusst sein, dass dann aber auch all Deine Zugangsdaten und persönlichen Einstellungen gelöscht werden.

Cookies kannst Du ganz einfach über die folgende Tastenkombination entfernen:

Strg/Cmd + Shift + Entf (Chrome, Firefox und Internet Explorer)

Alternativ findest Du das Menü zum Entfernen von Cookies auch über die Einstellungen Deines Browsers. Hier kannst Du Dir zudem einen Überblick verschaffen, welche Seiten bestimmte Informationen über Dich speichern und verwenden.

Ein privates Fenster lässt sich natürlich auch über das Menü Deines Browsers öffnen.

Ein privates Fenster lässt sich natürlich auch über das Menü Deines Browsers öffnen.

Du kannst darüber hinaus auch nur einzelne Seiten löschen und somit selbst entscheiden, welche Betreiber Du berechtigen möchtest, Deine Daten zu verwenden. Wenn Du von vornherein verhindern möchtest, dass Informationen über Dich im Browser gespeichert werden, kannst Du im privaten Modus surfen. Öffnest Du eine Webseite in einem privaten Browserfenster, taucht diese weder in Deinem Surfverlauf auf noch werden Cookies von dieser Seite gespeichert. Ein solches Fenster öffnet man über die folgende Tastenkombinationen:

Strg/Cmd + Shift + N (Chrome/Safari)

Strg/Cmd + Shift + P (Firefox/Internet Explorer)

Durch den privaten Modus wird verhindert, dass die Historie Deiner besuchten Seiten und eben auch Cookies lokal gespeichert werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Du vollständig anonym im Netz unterwegs bist. Webseitenbetreiber können weiterhin sehen, dass Du ihre Seite besucht hast, jedoch nicht verfolgen, auf welche Weise Du dort aktiv warst.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Jeden Sonntag haben wir einen spannenden Beitrag zum sicheren Surfen im Netz für Dich: unser Safer Sunday!

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