Google Pay: Bezahlen per Smartphone bald auch bei uns?

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Deutschland liebt Bargeld. Selbst heutzutage werden noch immer 3/4 aller Einkäufe in der Bundesrepublik in bar bezahlt. Während in anderen Ländern das Bezahlen per Smartphone boomt, scheiterten bei uns bereits Versuche der Telekom und von Vodafone. Doch Ende Juni will der US-Internetkonzern Google seinen Dienst Google Pay auf den deutschen Markt bringen. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Dienst und zum mobilen Bezahlen für Dich zusammengefasst.

Woher kommt das Bezahlen per Smartphone?

Mit seiner Idee über das Handy zu bezahlen ist Google natürlich nicht der erste Anbieter. Tatsächlich kommt die Idee vom chinesischen What’s App-Pendant WeChat, welches mit WeChat Pay das Bezahlen via Smartphone ermöglicht hat. Innerhalb der Lifestyle-App können Nutzer ihr ganzes Leben regeln: Fahrkarten kaufen, Termine vereinbaren, Reservierungen festlegen und sogar Geld anlegen. Mit über eine Milliarde Nutzer weltweit hat sich das System bewährt — auch eine Chance für uns?

Wie funktioniert die Bezahlung?

Damit Du mit Deinem Smartphone bezahlen kannst, verfügt Dein gerät über eine sogenannte NFC-Schnittstelle. NFC ist dabei eine Abkürzung für Near-Field-Communication. Dieser Standard regelt also die Funkübertragung auf kurze Distanz — sprich von Deinem Smartphone zum Kassenterminal. Allerdings ist NFC noch nicht überall verbreitet. Nur 60 % aller Kassenterminals in Deutschland sind mit der Funktion ausgestattet.

Und im Online-Handel?

Damit Du auch online den vollen Serive von Google Pay nutzen kannst, haben die großen Kredikartenanbieter Mastercard und Visa spezielle Dienste für Transaktionen im Web entwickelt: Masterpass und Visa Checkout. So kannst Du mit einem einfachen Fingerabdruck auf Deinem Display die Zahlung bestätigt und der Kauf wird abgeschlossen.

Wie sieht es derzeit in Deutschland aus?

Natürlich steht Deutschland nicht an letzter Stelle, was mobiles Bezahlen angeht. Der derzeitige Spitzenreiter hierzulande ist PaybackPay, eine Funktion aus dem Bonusprogramm von Payback. Hier kannst Du Dein Girokonto oder Deine Kreditkarte mit dem Programm verbinden, um zu bezahlen. Dabei werden Deine Daten über einen QR-Code übertragen. Der große Vorteil: Dank der QR-Übertragung ist PaybackPay sowohl für Adroid- als auch iOS-Nutzer zugänglich, da es nicht über die NFC-Schnittstelle läuft. Der große Nachteil ist allerdings, dass der Dienst aktuell nur bei ausgewählten Payback-Partner wie zum Beispiel Rewe oder dm funktioniert.

Bezahlen per Smartphone: Das hat Google vor

Teils mit großer Spannung wird nun erwartet, wie Google seinen Pay-Dienst auf dem deutschen Markt etablieren möchte — höchstwahrscheinlich noch gegen Ende dieses Monats. Mit der Commerzbank hat sich Google außerdem einen großen Partner ins Boot geholt — dürfen wir also Großes erwarten? Zu Beginn wahrscheinlich nicht, denn mit dem Start müssen wir bereits eine Einschränkung in Kauf nehmen: Das System funktioniert zu Beginn nur mit einer hinterlegten Kreditkarte. Dieser Fakt wird auch einen „grandiosen“ Start in Deutschland verhindern, da Kreditkarten in Deutschland weniger populär sind. Allerdings sollen im weiteren Ausbau auch Girokonten bei Google Pay hinterlegt werden können.

Was bringt Google Pay dann überhaupt?

Die Einführung von Google Pay wird mit seinem Start vor allem ein großes Ziel erreichen: Mehr Aufmerksamkeit auf mobile Bezahldienste. Diese Dienste gelten derzeit als die Techniken der Zukunft. Zumindest bis sich die sogenannten Wearables — Schmuck und Uhren mit integrierter Bezahlmöglichkeit –in der Welt durchsetzen werden.

Google Pay und der Datenschutz

Sicherlich stellst Du Dir auch die Frage, wie bei mobilem Bezahlen deine (Konto-)Daten optimal geschützt werden. Ganz einfach: Google attestiert, dass Deine Zahlung mittels einer kryptischen Kontonummer übertragen wird, die man Token nennt. Deine eigentliche Kreditkartennummer wird also gar nicht erst übermittelt. Passend dazu hat Google ein schönes Video erstellt, welches Dir das Sicherheitssystem erklären soll:

Und was macht Apple?

Ebenfalls diskutiert wird der Markteintritt von Apples eigenem Zahlungsdienst, Apple Pay. Die Einführung wird jedoch aus zwei Gründen schwierig:

  1. In Deutschland gibt es mehr Android- als iOS-User, wodurch Apple nicht zum Marktführer werden kann.
  2. Apple blockiert die NFC-Schnittstelle bei iOS für Banken, damit es sein eigenes Bezahlsystem verwenden kann –> bei einer Transaktion fallen Gebühren an und Apple möchte hier natürlich mitverdienen.

Des Weiteren hält Apple sich mit Veröffentlichungen immer etwas zurück, daher gibt es kein öffentliches Statement über eine eventuelle Einführung in Deutschland. Auch viele Banken wie die Sparkasse oder die Deutsche Bank arbeiten derzeit an mobilen Bezahlmethoden — allerdings nur auf ihre eigenen Kunden und Konten bezogen.

Bezahlen per Smartphone bleibt vorerst in den Kinderschuhen

Insgesamt steht uns mit der Veröffentlichung von Google Pay ein neuer Blickwinkel auf das mobile Bezahlen offen. Auch wenn das System noch weiter ausgearbeitet werden muss, wird es mit der Veröffentlichung in unseren Köpfen ankommen. Ob es dann jemals eine Lösung gibt, die unabhängig vom Smartphone oder von der Bank funktioniert, bleibt abzuwarten.

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